Skip to content

Biologisches Zentrum

Umweltbildung im Kreis Coesfeld

Insekten fördern im naturnahen Garten

Stauden und Gehölze im insektenfreundlichen Garten

Hier geben wir einige Anregungen zu geeigneten Pflanzen. Weiter Informationen finden Sie im   Infoblatt zum insektenfreundlichen Garten. Das Infoblatt wird laufend ergänzt. Sie dürfen das Infoblatt gerne an Interessierte weitergeben!

Insektenfreundlicher Garten im Vorfrühling

Erste Nektar- und Pollenquelle sind im Jahreszyklus sind Schneeglöckchen und Krokusse, dazu kommen früh-blühende Sträucher. Schon bei Temperaturen von 2 Grad aufwärts fliegen die Hummelköniginnen umher, die gerade in den ersten Wochen des Jahres viel Energie brauchen, um ihr neues Volk zu begründen. An wärmeren Tagen sind die ersten Honigbienen zu beobachten.



Die Wildformen der Krokusse (Crocus spec.) stammen überwiegend aus dem Mittelmeerraum. Im Garten breiten sie sich über die Jahre aus und zeigen ab Februar ihre eindrucksvolle Blütenpracht.



Das Kleine Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) ist eine heimische Art. Daneben gibt es viele andere Schneeglöckchenarten und züchterisch bearbeitete Sorten.



Er trägt den Winter noch im Namen: der Winterling (Eranthis hyemalis) kann schon blühen, wenn der letzte Schnee noch den Boden bedeckt. Er liebt lockeren Lehmboden und Halbschatten. Seine Heimat ist der Balkan und der östliche Mittelmeerraum.

Insektenfreundlicher Garten im Frühling



Das Silberblatt (Lunaria annua), auch Mondviole genannt, ist anders, als der lateinische Name angibt, eine zweijährige Pflanze. Einmal im Garten, sät sie sich selbsständig aus, ohne stark zu wuchern. Die Pflanze dient dem Aurorafalter als Raupen-Futterpflanze. Die Blüte wird von Schmetterlingen und Bienen besucht. Später im Jahr können die silbrigen Fruchtstände für die Floristik verwendet werden. Auch die noch grünen Fruchtstände der Pflanze sind dekorativ und für die Vase geeignet.


Geflecktes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) blüht im Frühling in der Krautschicht unserer (Laub)wälder. In Staudengärtnereien sind auch züchterisch bearbeitete Sorten erhältlich. Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen nutzen das Nahrungsangebot der Blüten.

 

Der Großblütiger Beinwell (Symphytum grandiflorum) stammt aus der Kaukasusregion und ist als ausbreitungsfreudiger Bodendecker an halbschattigen Standorten im Garten zu verwenden. Wie beim Echten Beinwell wird die Blüte von Bienen und Hummeln besucht.

Die verschiedenen Beerensträucher (Ribes spec.) sind Obststräucher ( Johannisbeeren, Stachelbeeren u.a. ) oder Ziersträucher ( Blutjohannisbeere u.a. ) . Ihre Blüten erscheinen im April und ziehen vor allem Bienen und Hummeln an. Die Hummeln sind bei kalten Temperaturen die wichtigsten Bestäuber und sichern die Beerenernte im Juni / Juli. Weltweit sind sehr viele verschiedene Sorten gezüchtet worden. Die Früchte werden roh verzehrt oder zu Marmelade, Saft und Likör verarbeitet. Nicht nur der Mensch auch viele Vogelarten lieben die Beeren. Blüten und Früchte der Schwarzen Johannisbeere werden auch zur Duftherstellung genutzt (Cassis).

Insektenfreundlicher Garten im Frühsommer



Die filigranen Blüten der Akelei (Aquilegia vulgaris) leuchten im Mai / Juni in den Farbschattierungen blau, violett bis purpurrot, rosa und weiß. Hummeln besuchen die bizarren Blüten gern und können mit ihrem langen Rüssel bis zum Grund des Blütensporn gelangen, wo Honigblätter den Nektar produzieren. Akelei sät sich von selbst aus und überrascht mit neuen Farben, ist aber gut zu jäten.




Blühende Laucharten sind schön anzusehen und locken zudem Bienen und Hummeln, hier eine Steinhummel auf einer Winterhecken-Blüte, heran. Gute Insektenpflanzen sind nicht nur Schnittlauch, Zwiebel, Knoblauch oder Winterhecke, sondern auch der in vielen Sorten verfügbare Zierlauch.




Die Blüte des Rhabarbers ist äußerst attraktiv. Es lohnt sich, einige Pflanzen nach der Ernte blühen zu lassen. Die Blüten werden von Bienen, Fliegen und Wanzen, wie hier der Lederwanze, besucht. Auch andere Gemüse wie Salat, Rettich oder Kohl bringen blühend Farbe und insektenfutter ins Gemüsebeet.




Flockenblumen (Gattungen Centaurea und Cyanus) sind Nektar- und Pollenspender für alle blütenbesuchenden Insektenarten. Die blaublühende Kulturform (Cyanus montana) wird fälschlicherweise oft Kornblume genannt. Die Wildformen, z.B. die Wiesen-Flockenblume Centaurea jacea, werden durch intensive Düngung von den Wiesen verdrängt.




Katzenminzen (Nepeta spec.) sind beliebte und langlebige Gartenstauden mit langer Blühphase. Sie werden intensiv von Bienen, Hummeln und Wildbienen beflogen. In Gärtnereien sind Sorten mit unterschiedlichen Wuchshöhen und Blütenfarben erhältlich




Doldenblütler wie der Wiesen-Bärenklau locken Bienen, Fliegen, Schmetterlinge und Weichkäfer an. Hier ist ein Landkärtchen neben einer Biene zu sehen.

Die genügsamen Fetthennen (Sedum spec.) gedeihen auf mageren, steinigen Schotterböden sowohl in der Landschaft als auch in Gärten, auf Verkehrsinseln und auf begrünten Dächern. Wegen ihrer fleischigen Blätter benötigen sie nur wenig Feuchtigkeit, ihre weißen, gelben und roten Blüten werden intensiv von Insekten besucht.

Insektenfreundlicher Garten im Sommer



Mit den zahlreichen Heckenrosenarten und ungefüllten Rosen ist der Tisch im Sommer für Bienen reich gedeckt. Die weiße Ramblerrose Seagull ist beispielsweise während der Blüte ein Bienenparadies. Die Früchte der Rosengewächse dienen im Herbst vielen Tierarten als Nahrung und Vögel finden in Hecken- oder Kletterrosen gut geschützte Brutplätze.




Blutweiderich (Lythrum salicaria) wächst als einheimische Wildstaude an Gräben und Teichen. Im Sommer locht er Schmetterlinge, Bienen und Hummeln an. Mit seiner Hohe von bis zu 2 m und der langen Blühzeit ist er auch im Garten gut zu verwenden.



Zierlauch-Sorten haben in den letzten Jahren vermehrt Einzug in unsere Gärten gehalten. Es stehen unterschieldich hoch wachsende Sorten in Blütenfarben von weiß bis dunkel-lila zur Verfügung, die sich dekorativ zwischen anderen Stauden emporstrecken. WIe seine Verwandten aus dem Gemüse- und Kräuterbeet lockt auch der blühende Zierlauch Bienen und Hummeln an.

Insektenfreundlicher Garten im Herbst

Das Angebot an nektar- und pollenspendenden Pflanzen ist im Herbst nicht mehr so üppig. Es ist deshalb besonders wichtig, den Insekten auch noch in dieser Zeit Nahrung in den Gärten zu bieten. Viele Sommerblumen blühen bis in den Herbst hinein. Besondere Herbstblumen sind die Aster-Arten, die in vielen Farben und unterschiedlichen Wuchshöhen häufig gepflanzt werden. Insekten lieben ihre Blüten. Zum Ärger mancher Gärtner neigen sie zum Wuchern und suchen sich gerne selbst mal einen neuen Standort. Wer etwas Wildwuchs tolerieren kann, wird mit reichem Insektenleben auf vielen bunten Blüten belohnt.




Die Dahlien tauchen den Herbst in üppige Farben und blühen bis zum Frost. Nur ungefüllte, einfach blühende Sorten bieten dabei auch Insektennahrung, die Bienen ernten pralle Pollenhöschen, auch Schmetterlinge finden sich ein. Allerdings müssen die Rhizome der Dahlien im Herbst aus dem Boden genommen und frostfrei überwintert werden bis sie dann im folgenden Jahr nach den Eisheiligen wieder austreiben dürfen.

Der Efeu (Hedera helix) ist ein reicher Nektar- und Pollen-Spender im September und Oktober. Der immergrüne Strauch klettert bis über 20m hoch. Die Blüten an den oberen Zweigen locken vor allem Honigbienen, Wespen, Schwebfliegen und Wildbienen an. Sie bieten ihnen eine wichtige Nahrungsquelle vor der langen Winterzeit. Von den Schmetterlingen besucht vor allem der Admiral die Blüten. Die schwarzen Beeren werden von vielen Vögeln im Winter gefressen, sind aber für den Menschen giftig.



Der Wilde Wein oder die Jungfernrebe (Parthenocissus spec.) ist weitläufig mit der Weinrebe verwandt. Schon im siebzehnten Jahrhundert kamen verschiedene Arten aus Nordamerika bzw. Asien nach Europa und wurden hier kultiviert. Die z.T. selbstkletternden Arten breiten sich vertikal oder horizontal weitläufig aus und müssen daher in der Regel gestutzt und in Zaum gehalten werden. Im Juli /August sind abertausende kleine, unscheinbare Blüten eine reiche späte Bienenweide - hier brummt es von unzähligen Bienen, Wildbienen und Wespen! Die blauschwarzen Beeren, die im September/Oktober reif werden, enthalten Oxalsäure und sind deshalb für den Menschen ungenießbar, für Vögel dagegen, vor allem nach dem ersten Frost, eine Delikatesse.